
Vitamine
Folat
Folat ist ein wasserlösliches B-Vitamin. Seine aktiven Formen sind an der DNA-Bildung und am Aminosäurestoffwechsel beteiligt.
Folat, auch Vitamin B9 genannt, bezeichnet eine Familie verwandter Vitaminverbindungen. Du nimmst Folat über pflanzliche und tierische Lebensmittel auf. Im Körper übertragen seine aktiven Formen kleine Kohlenstoffbausteine, die unter anderem für die DNA-Bildung und den Aminosäurestoffwechsel gebraucht werden. Folsäure ist eine bestimmte Form, die zur Anreicherung von Lebensmitteln und in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird. Die Begriffe Folat und Folsäure sind deshalb nicht vollständig gleichbedeutend.
Folat: Vitamin B9 für DNA-Bildung und Zellteilung
Folat ist ein wasserlösliches B-Vitamin und bezeichnet eine Familie verwandter Verbindungen. Du nimmst es über pflanzliche und tierische Lebensmittel auf. Seine aktiven Formen übertragen kleine Ein-Kohlenstoff-Bausteine, die dein Körper unter anderem für die Bildung von DNA und den Aminosäurestoffwechsel benötigt.
Folat und Folsäure sind nicht dasselbe
Folsäure ist eine bestimmte synthetische Form von Folat. Sie wird in angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Manche Präparate enthalten stattdessen bestimmte Salze von 5-Methyltetrahydrofolat, kurz 5-MTHF. „Folat“ ist also der übergeordnete Begriff, nicht einfach ein anderes Wort für Folsäure.
Welche Aufgaben hat Folat?
Folat hat eine Funktion bei der Zellteilung und trägt zu einer normalen Blutbildung sowie einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei. Auch seine Beiträge zur normalen psychischen Funktion, zur normalen Funktion des Immunsystems und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung sind als EU-Gesundheitsangaben zugelassen — für Lebensmittel, die mindestens die Bedingungen einer Folatquelle erfüllen (Verordnung (EU) Nr. 432/2012).
Diese Angaben beschreiben normale Nährstofffunktionen. Sie bedeuten nicht, dass zusätzliche oder hoch dosierte Präparate Infektionen verhindern, das Gedächtnis verbessern oder bei jeder Ursache von Müdigkeit helfen. Ein Folatmangel kann eine megaloblastäre Anämie verursachen; Folsäure ist deshalb aber nicht die passende Behandlung für jede Form von Anämie.
Wie viel Folat brauchst du?
Die EFSA nennt folgende Werte für die gesamte tägliche Zufuhr:
- Erwachsene außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit: 330 µg Folatäquivalente (DFE) als Referenzzufuhr.
- Schwangerschaft: 600 µg DFE als angemessene Zufuhr.
- Stillzeit: 500 µg DFE als Referenzzufuhr.
Folatäquivalente berücksichtigen Unterschiede in der Bioverfügbarkeit verschiedener Formen. µg DFE sind nicht automatisch mit µg Folsäure gleichzusetzen. Diese Werte sind keine Dosierungsvorgaben für Präparate. Auch der EU-Kennzeichnungsreferenzwert von 200 µg für „Folsäure“ ist nicht mit der EFSA-Referenzzufuhr gleichzusetzen.
Folsäure rund um die Empfängnis
Ergänzend eingenommene Folsäure erhöht den Folatstatus der Mutter. Ein niedriger Folatstatus ist ein Risikofaktor für Neuralrohrdefekte beim heranwachsenden Fötus. Die hierzu zugelassene EU-Gesundheitsangabe nennt 400 µg ergänzende Folsäure täglich über mindestens einen Monat vor und bis zu drei Monate nach der Empfängnis. Sie gilt für Nahrungsergänzungsmittel mit mindestens 400 µg Folsäure pro Tagesportion (Verordnung (EU) Nr. 1135/2014).
Das ist von der gesamten Folatzufuhr in DFE zu unterscheiden. Neuralrohrdefekte haben mehrere Risikofaktoren; die Veränderung eines einzelnen Faktors kann eine positive Wirkung haben oder auch nicht. Bei bestimmten erhöhten Risiken können höhere ärztlich verordnete Dosen sinnvoll sein — erhöhe deine Dosis nicht eigenständig.
Was zusätzliche Präparate nicht sicher leisten
Eine Senkung des Homocysteinspiegels beweist allein noch keinen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Homocysteinsenkende B-Vitamin-Präparate mit Folsäure zeigten in den untersuchten Erwachsenenpopulationen keine Verringerung von Herzinfarkten oder der Gesamtsterblichkeit. Schlaganfälle sind getrennt zu betrachten; Kombinationsstudien können den alleinigen Beitrag von Folat nicht bestimmen.
Bei älteren Erwachsenen zeigten folsäurehaltige B-Vitamin-Präparate insgesamt keinen konsistenten kognitiven Nutzen. Ob ausgewählte Menschen mit niedriger Versorgung profitieren, bleibt unsicher. Die Behandlung eines nachgewiesenen Mangels ist eine andere Fragestellung.
Folat beim Kochen
Beim Kochen und bei der Verarbeitung können erhebliche Folatverluste entstehen. Wie viel verloren geht, hängt vom Lebensmittel und der Zubereitung ab. Ein einheitlicher Verlustprozentsatz gilt deshalb nicht für alle Fälle.
Bei Präparaten: Obergrenze, B12-Status und Medikamente beachten
Die EFSA-Obergrenze für Erwachsene beträgt 1.000 µg täglich, auch in Schwangerschaft und Stillzeit. Sie gilt gemeinsam für Folsäure und die bewerteten Calcium- und Glucosaminsalze von 5-MTHF aus Präparaten und angereicherten Lebensmitteln — nicht für natürliches Nahrungsfolat. Sie betrifft die langfristige Aufnahme, ist kein Einnahmeziel und keine akute Vergiftungsgrenze. Für Kinder gelten niedrigere Obergrenzen; Säuglinge sollten Folatpräparate nur nach kinderärztlicher Rücksprache erhalten.
Folsäure kann bei Vitamin-B12-Mangel das Blutbild verbessern, ohne den Mangel oder seine neurologischen Folgen zu behandeln. Bei bekanntem oder vermutetem B12-Mangel oder ungeklärter Anämie darf sie deshalb nicht die einzige Behandlung sein.
Wenn du Medikamente einnimmst, kläre eine Folatergänzung mit deiner Arztpraxis oder Apotheke ab, besonders bei bestimmten Epilepsiemedikamenten, Methotrexat oder einer Krebsbehandlung. Je nach Therapie können Ergänzungen problematisch oder ausdrücklich vorgesehen sein. Setze verordnetes Folat nicht eigenständig ab und ändere Dosis oder Einnahmezeitpunkt nicht ohne Rücksprache.
Wie Ernährung wirkt
Gewebewachstum in der Schwangerschaft
Bildung roter Blutkörperchen
Homocystein-Stoffwechsel
Psychische Funktion
Folat trägt zur normalen psychischen Funktion bei. [2]
Immunsystem
Müdigkeit und Ermüdung
Zellteilung
Neuralrohrdefekte
Herz-Kreislauf-Gesundheit
Homocysteinsenkende B-Vitamin-Präparate mit Folsäure können in untersuchten Risikogruppen das Schlaganfallrisiko geringfügig senken, zeigen aber keinen klaren Nutzen für Herzinfarkte oder die Gesamtsterblichkeit. [4]
Kognitive Funktion
B-Vitamin-Supplemente mit Folsäure verbessern die allgemeine kognitive Leistung bei überwiegend kognitiv gesunden älteren Erwachsenen im Durchschnitt kaum oder gar nicht. [3]
Aussagen & Evidenz
Folat ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe wasserlöslicher B-Vitamin-Verbindungen. [7]
Der Begriff umfasst mehrere verwandte Formen und bezeichnet nicht nur Folsäure.
Natürlich vorkommende Nahrungsfolate und synthetische Folsäure sind unterschiedliche Formen von Folat. [8]
Folsäure wird in angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Manche Präparate enthalten stattdessen bestimmte Salze von 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF).
Folatäquivalente (DFE) berücksichtigen Unterschiede in der Bioverfügbarkeit verschiedener Folatformen. [7][8]
Die EFSA verwendet für Folsäure im Verhältnis zu natürlichen Nahrungsfolaten einen Umrechnungsfaktor von 1,7. Umrechnungsfaktoren für ergänzend aufgenommenes 5-MTHF können von der Dosis abhängen. Mengenangaben in µg DFE sind daher nicht automatisch mit µg Folsäure gleichzusetzen.
Die EFSA legt für Erwachsene eine Referenzzufuhr von 330 µg Folatäquivalenten pro Tag fest, für die Schwangerschaft eine angemessene Zufuhr von 600 µg und für die Stillzeit eine Referenzzufuhr von 500 µg. [7]
Diese Werte beziehen sich auf die gesamte Folatzufuhr in Folatäquivalenten (DFE). Sie sind keine Dosierungsvorgaben für Nahrungsergänzungsmittel und nicht mit der gesonderten Einnahme von 400 µg Folsäure rund um die Empfängnis gleichzusetzen.
Die ergänzende Aufnahme von Folsäure erhöht den Folatstatus der Mutter. Ein niedriger Folatstatus der Mutter ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Neuralrohrdefekten beim heranwachsenden Fötus. [5][9]
Diese Angabe ist nur für Nahrungsergänzungsmittel mit mindestens 400 µg Folsäure pro Tagesportion zugelassen. Die Zielgruppe sind Frauen im gebärfähigen Alter. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen ergänzenden Aufnahme von 400 µg Folsäure über mindestens einen Monat vor und bis zu drei Monate nach der Empfängnis ein. Neuralrohrdefekte haben mehrere Risikofaktoren; die Veränderung eines dieser Faktoren kann eine positive Wirkung haben oder auch nicht.
Bei der Verarbeitung und beim Kochen von Lebensmitteln können erhebliche Folatverluste entstehen. [8]
Wie viel Folat verloren geht, hängt vom Lebensmittel und der Zubereitung ab. Ein einheitlicher Verlustprozentsatz lässt sich daraus nicht ableiten.
Die EFSA legt für Erwachsene eine tolerierbare obere Zufuhrmenge von 1.000 µg pro Tag für die kombinierte Aufnahme von Folsäure und bestimmten 5-MTHF-Salzen fest. Natürlich vorkommende Nahrungsfolate fallen nicht unter diesen Wert. [8]
Der Wert gilt auch in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für die betreffenden 5-MTHF-Salze unter ihren zugelassenen Verwendungsbedingungen. Er berücksichtigt die Aufnahme aus angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Er ist eine Sicherheitsgrenze, kein Zufuhrziel.
Folsäure kann die megaloblastäre Anämie bei einem Vitamin-B12-Mangel korrigieren, ohne den zugrunde liegenden Vitamin-B12-Mangel zu beheben. [8]
Dadurch kann der Vitamin-B12-Mangel verdeckt werden. Das ist ein Sicherheitsaspekt und kein zusätzlicher Nutzen von Folsäure.
Sicherheitshinweise
Obergrenze · Erwachsene
Obergrenze für zugesetztes Folat
Die EFSA-Obergrenze für Erwachsene beträgt 1.000 µg täglich, auch in Schwangerschaft und Stillzeit. Sie gilt für die gemeinsame Aufnahme von Folsäure und den bewerteten Calcium- und Glucosaminsalzen von 5-MTHF aus Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln; natürliches Nahrungsfolat zählt nicht dazu. Die Obergrenze betrifft die langfristige Aufnahme, ist kein Einnahmeziel und keine akute Vergiftungsgrenze. Höhere medizinische Dosierungen gehören in ärztliche Betreuung. [8][11]
Obergrenze · Kinder und Jugendliche (1–17 Jahre)
Für Kinder gelten niedrigere Obergrenzen
Die täglichen EFSA-Obergrenzen betragen: 1–3 Jahre 200 µg, 4–6 Jahre 300 µg, 7–10 Jahre 400 µg, 11–14 Jahre 600 µg und 15–17 Jahre 800 µg. Sie gelten zusammen für Folsäure und die bewerteten 5-MTHF-Salze aus Ergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln, nicht für natürliches Nahrungsfolat. Wähle für dein Kind nicht ohne fachliche Beratung ein Präparat mit Erwachsenendosis. [8][11]
Obergrenze
Folatpräparate bei Säuglingen abklären
Für Säuglinge von 4–11 Monaten nennt die EFSA eine Obergrenze von 200 µg täglich für zugesetzte Folatformen aus angereicherten Lebensmitteln und Ergänzungsmitteln. Das ist keine empfohlene Ergänzungsdosis. Gib deinem Baby Folatpräparate nur nach kinderärztlicher Rücksprache; natürliches Nahrungsfolat ist von dieser Obergrenze ausgenommen. [8][11]
Gegenanzeige
Vitamin-B12-Mangel nicht allein mit Folsäure behandeln
Bei bekanntem oder vermutetem Vitamin-B12-Mangel, perniziöser Anämie oder ungeklärter megaloblastärer Anämie darf Folsäure nicht die einzige Behandlung sein. Sie kann das Blutbild verbessern, ohne das neurologische Problem zu behandeln, und dadurch die Diagnose verzögern. Lass vor einer Behandlung die Ursache der Anämie und deinen B12-Status abklären. [12][8]
Nebenwirkung
Mögliche Magen-Darm-Beschwerden
Folsäure zum Einnehmen kann Übelkeit, Blähungen und verminderten Appetit verursachen. Diese Hinweise betreffen Folsäurepräparate, nicht den üblichen Verzehr folatreicher Lebensmittel. Wenn Beschwerden anhalten, sprich mit deiner Arztpraxis oder Apotheke. [13]
Gegenanzeige
Bekannte Allergie gegen das Präparat
Nimm ein Folsäurepräparat nicht ein, wenn du gegen Folsäure oder einen enthaltenen Hilfsstoff allergisch bist. Schwere allergische Reaktionen einschließlich Anaphylaxie sind dokumentiert; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Bei Atemnot, Schwellung von Zunge oder Hals oder Kollaps nach der Einnahme brauchst du sofort medizinische Notfallhilfe. [12]
Wechselwirkung
Methotrexat bei Krebs: Ergänzungen absprechen
Wenn du Methotrexat zur Krebsbehandlung erhältst, können Folatpräparate dessen Wirkung beeinträchtigen. Beginne oder ändere solche Präparate nur nach Anweisung deines Onkologieteams. Folinsäure in speziellen Behandlungsprotokollen ist nicht dasselbe wie Folsäure und darf nicht eigenständig ersetzt werden. [3][14]
Wechselwirkung
Niedrig dosiertes Methotrexat: verordnetes Folat nicht absetzen
Bei niedrig dosiertem Methotrexat gegen rheumatoide Arthritis wird Folsäure oder Folinsäure häufig gezielt verordnet, um Nebenwirkungen zu verringern. Das ist nicht mit der Situation bei einer Krebsbehandlung gleichzusetzen. Halte dich an deinen verordneten Einnahmeplan und ändere Dosis oder Zeitpunkt nicht eigenständig. [14]
Wechselwirkung
Wechselwirkungen mit bestimmten Epilepsiemedikamenten
Phenytoin kann deinen Folatstatus senken; zusätzlich eingenommene Folsäure kann wiederum den Phenytoinspiegel senken und die Anfallskontrolle beeinträchtigen. Auch für Phenobarbital und Primidon bestehen Warnhinweise. Sprich Beginn, Absetzen oder Dosisänderungen von Folsäure mit deinem Behandlungsteam ab; gegebenenfalls sind Blutspiegelkontrollen nötig. [15][12]
Wechselwirkung
Sulfasalazin kann die Folataufnahme verringern
Sulfasalazin kann die Aufnahme von Folat im Darm hemmen und einen Mangel begünstigen. Wenn du es einnimmst, lass mit deinem Behandlungsteam klären, ob du eine Folatergänzung brauchst. Diese Wechselwirkung bedeutet nicht, dass du Folat grundsätzlich meiden solltest. [3]
Wechselwirkung
Hoch dosierte Folsäure mit Fluorouracil abklären
Wenn du Fluorouracil erhältst, nimm hoch dosierte Folsäure nicht eigenständig zusätzlich ein: Die Fachinformation warnt vor schwerem Durchfall bei gemeinsamer Anwendung. Verordnete Folinsäure in einem Chemotherapieprotokoll ist davon zu unterscheiden und darf nicht eigenständig geändert werden. [12]
Wechselwirkung
Bei Pemetrexed gehört Folsäure zur Behandlung
Ein pauschales Meiden von Folat während jeder Chemotherapie wäre falsch. Bei Pemetrexed sind verordnete Folsäure und Vitamin B12 vorgesehen, um die Behandlungstoxizität zu verringern. Halte dich an die Vorgaben deines Onkologieteams und setze diese Ergänzungen nicht eigenständig ab. [16]
Wechselwirkung
Hoch dosierte Folsäure mit Folatantagonisten absprechen
Bei Trimethoprim, Proguanil oder Pyrimethamin kann hoch dosierte Folsäure laut Fachinformation die Arzneimittelwirkung beeinflussen; die Wirkungen können sich gegenseitig hemmen. Wie häufig daraus klinische Probleme entstehen, ist unklar. Lass eine hoch dosierte Ergänzung vorab in deiner Arztpraxis oder Apotheke prüfen. [12]
Vorsicht · Schwangere
Höhere Schwangerschaftsdosen ärztlich festlegen
Eine Schwangerschaft ist keine Gegenanzeige für Folsäure. Bei bestimmten erhöhten Risiken können ärztlich verordnete Dosen über der allgemeinen Obergrenze sinnvoll sein. Erhöhe deine Dosis aber nicht eigenständig, besonders wenn du Epilepsiemedikamente einnimmst; halte dich an die für dich geltende ärztliche Empfehlung. [17][15]
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Folat und Folsäure?
Folat ist der Sammelbegriff für eine Familie wasserlöslicher B-Vitamin-Verbindungen. Folsäure ist eine bestimmte synthetische Form, die in angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird; manche Präparate enthalten stattdessen 5-MTHF-Salze.
Wie viel Folat brauche ich täglich?
Die EFSA legt für Erwachsene außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit eine Referenzzufuhr von 330 µg Folatäquivalenten (DFE) täglich fest. In der Schwangerschaft beträgt die angemessene Zufuhr 600 µg DFE, in der Stillzeit die Referenzzufuhr 500 µg DFE. Diese Werte beziehen sich auf die gesamte Zufuhr und sind keine Dosierungsvorgaben für Präparate.
Warum ist Folsäure schon vor der Schwangerschaft wichtig?
Ergänzend eingenommene Folsäure erhöht den Folatstatus der Mutter; ein niedriger Folatstatus ist ein Risikofaktor für Neuralrohrdefekte beim heranwachsenden Fötus. Die EU-zugelassene Angabe nennt dafür täglich 400 µg ergänzende Folsäure über mindestens einen Monat vor und bis zu drei Monate nach der Empfängnis. Höhere Dosen bei bestimmten erhöhten Risiken solltest du ärztlich festlegen lassen.
Kann ich zu viel Folat aufnehmen?
Die EFSA-Obergrenze für Erwachsene beträgt 1.000 µg täglich für die gemeinsame Aufnahme von Folsäure und den bewerteten 5-MTHF-Salzen aus Präparaten und angereicherten Lebensmitteln. Natürlich vorkommendes Nahrungsfolat ist davon ausgenommen. Die Obergrenze gilt auch in Schwangerschaft und Stillzeit und ist kein Einnahmeziel; höhere medizinische Dosen brauchen ärztliche Betreuung.
Geht Folat beim Kochen verloren?
Ja, beim Kochen und bei der Verarbeitung von Lebensmitteln können erhebliche Folatverluste entstehen. Wie viel verloren geht, hängt vom Lebensmittel und der Zubereitung ab; ein einheitlicher Verlustprozentsatz gilt nicht für alle Fälle.
Weitere Einträge
Vitamin A
Vitamin A ist ein lebensnotwendiges, fettlösliches Vitamin. Du nimmst es als vorgebildetes Vitamin A oder als pflanzliche Vorstufen auf.
Vitamin B12
Vitamin B12 ist ein lebensnotwendiges, wasserlösliches Vitamin. Dein Körper benötigt es für die normale Funktion des Nervensystems, die Bildung roter Blutkörperchen und die DNA-Synthese.
Vitamin C
Vitamin C ist ein lebensnotwendiges, wasserlösliches Vitamin, das du über die Ernährung aufnehmen musst. Seine wichtigste chemische Form ist L-Ascorbinsäure.
Vitamin D
Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Der Begriff umfasst vor allem Vitamin D₂ und D₃; D₃ kann dein Körper mithilfe von UVB-Strahlung in der Haut bilden.
Vitamin K
Vitamin K ist ein lebensnotwendiges, fettlösliches Vitamin. Dein Körper braucht es zur Aktivierung von Proteinen, die an der Blutgerinnung und am Knochenstoffwechsel beteiligt sind.
Vitamin B6
Vitamin B6 ist ein wasserlösliches Vitamin. Seine aktiven Formen unterstützen zahlreiche Stoffwechselprozesse, besonders den Stoffwechsel von Aminosäuren.
Quellen
- 01EFSA Journal · 2009Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to folate and blood formation, homocysteine metabolism, energy-yielding metabolism, function of the immune system, function of blood vessels, cell division, and maternal tissue growth during pregnancyQuelle öffnen
- 02European Commission · 2012Commission Regulation (EU) No 432/2012 establishing a list of permitted health claims made on foods, other than those referring to the reduction of disease risk and to children's development and healthQuelle öffnen
- 03National Institutes of Health, Office of Dietary SupplementsFolate - Health Professional Fact SheetQuelle öffnen
- 04Cochrane · 2017Homocysteine-lowering interventions (B-complex vitamin therapy) for preventing cardiovascular eventsQuelle öffnen
- 05Official Journal of the European Union · 2014Commission Regulation (EU) No 1135/2014 on the authorisation of a health claim made on foods and referring to the reduction of disease riskQuelle öffnen
- 06Cochrane · 2015Folic acid supplements before conception and in early pregnancy (up to 12 weeks) for the prevention of birth defectsDe-Regil et al.Quelle öffnen
- 07EFSA Journal · 2014Scientific Opinion on Dietary Reference Values for folateQuelle öffnen
- 08EFSA Journal · 2023Scientific opinion on the tolerable upper intake level for folateDOI 10.2903/j.efsa.2023.8353
- 09Official Journal of the European Union · 2006Regulation (EC) No 1924/2006 on nutrition and health claims made on foodsQuelle öffnen
- 10European Parliament and Council of the European Union · 2011Regulation (EU) No 1169/2011 on the provision of food information to consumersQuelle öffnen
- 11European Food Safety AuthoritySummary tables of tolerable upper intake levels for vitamins and minerals, version 8Quelle öffnen
- 12Health Products Regulatory Authority · 2025Folic acid medicine: Summary of Product CharacteristicsQuelle öffnen
- 13NHSFolic acid: medicine used to keep your baby healthy in pregnancy and to treat folate deficiency anaemiaQuelle öffnen
- 14CochraneFolic acid or folinic acid for reducing side effects of methotrexate for people with rheumatoid arthritisQuelle öffnen
- 15NHS Specialist Pharmacy ServiceUsing folic acid and phenytoin safelyQuelle öffnen
- 16European Medicines AgencyALIMTA (pemetrexed): product informationQuelle öffnen
- 17National Institute for Health and Care ExcellenceMaternal and child nutrition: nutrition and weight management in pregnancy, and nutrition in children up to 5 years — RecommendationsQuelle öffnen
- 18European Commission · 2025Consolidated text of Commission Regulation (EU) No 432/2012, 20 August 2025Quelle öffnen
- 19Deutsche Gesellschaft für ErnährungFAQ FolatQuelle öffnen
- 202024Folic acid supplementation for stroke prevention: A systematic review and meta-analysis of 21 randomized clinical trials worldwidePubMed 38824900Quelle öffnen





